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Info-Netzwerk hilft Gründerinnen im Raum Aachen auf die Sprünge

16.11.1999 11:21

Birgit Langohr freut sich. Voller Engagement bereitet die Existenzgründungsberaterin der IHK Aachen den 4. Gründerinnentag vor. Es geht es nach Euskirchen. Am 20. November. Referentinnen und Referenten haben schon einige Themen vorbereitet: von der Unternehmensfinanzierung über Fragen der Betriebsübernahme bis zur Internet-Recherche. Birgit Langohr koordiniert. Eine Überschrift auf der Themenliste für das weibliche Publikum springt besonders ins Auge: "Selfmarketing - wie sie sich und ihr Unternehmen erfolgreich verkaufen". Selfmarketing - was ist das? Eine Frage, die den Kern der Sache trifft. Sie signalisiert den kleinen Unterschied: Frauen gründen anders.

"Auffallend viele Existenzgründerinnen haben ausgezeichnete Konzepte, oft fehlt es ihnen jedoch an Selbstbewusstsein, ihre Ideen überzeugend vorzutragen", berichtet Birgit Langohr. Die Jungunternehmerinnen in spe haben lange nachgedacht, aber wenn sie einen Kredit beantragen und das Konzept präsentieren müssen, ist bei manchen schnell die Luft raus. Nervosität stellt sich ein, feuchte Hände, ein Schweißtropfen auf dem Businessplan, und der verbale Kollaps steht bevor. Zwangsläufig kommen auch dem wohlwollendsten Kreditberater Zweifel ob der unternehmerischen Qualifikation der Gesprächspartnerin. Aus Angst vor Situationen wie dieser backen viele Gründerinnen von Anfang an kleine Brötchen. Zu kleine, wie Birgit Langohr findet. "Es gibt Unternehmerinnen, die auf die Aufnahme von Fremdkapital gänzlich verzichten und ihr Büro lieber mit einem veralteten 386er-PC ausstatten wollen", berichtet sie. Ihnen gibt sie von vorn herein den Rat, das alte Schätzchen zu versenken und über "Selfmarketing" nachzudenken. Männer dagegen gehen die Firmengründung anders an. Extrovertierter, spontaner, dynamischer und in den meisten Fällen kapitalintensiver. Und auch der dicke Firmenwagen sollte möglichst direkt mitanrollen. Tritt der finanzielle Gau ein, haut's den Herrn Unternehmer direkt aus den Socken. Frau Kollegin nicht. Meist gehen Business-Ladies die Sache von vorn herein softer an. "Es mag wie ein Klischee klingen, aber die Zahl der Insolvenzen unter Existenzgründerinnen ist wesentlich geringer als bei ihren männlichen Kollegen", konstatiert Birgit Langohr. Der Grund: Frauen analysieren schon vor dem Startup intensiver und haben Märkte und Perspektiven klarer im Visier.

Um die Damen der Schöpfung in der GründerRegion Aachen für den Sprung in die Selbstständigkeit zu begeistern, hat man am Westzipfel der Republik eine Vielzahl moderner Einrichtungen geschaffen. In Zusammenarbeit mit der Regionalstelle Frau und Beruf in Würselen bei Aachen wurde im November 1997 das Netzwerk für Existenzgründerinnen ins Leben gerufen. Dort arbeitet Elke Breidenbach seit Jahren mit großem Engagement für die Belange der femininen Gründerschaft. Workshops und Seminare rund um "Frauenprobleme" bei der Gründung stoßen auf reges Interesse. Daneben gibt es Stammtische und einmal jährlich den Gründerinnentag, zu dem über 200 Interessentinnen aus der gesamten GründerRegion Aachen anreisen. Weil in Euskirchen eine neue Regionalstelle geschaffen wurde, findet kurz nach der Einweihung die diesjährige Top-Veranstaltung in der Nordeifel statt. Initiativen und Maßnahmen greifen: In der GründerRegion Aachen beträgt die Frauenquote bei Existenzgründungen inzwischen über 30 Prozent - quer durch alle Branchen und liegt damit auf vergleichsweise hohem Niveau. Die Firmenpalette reicht vom Blumenladen zum Büro für Software-Engineering, vom Partyservice zum ambulanten Pflegedienst für Kleinkinder. Gründerinnenboom im Aachener Land. Beraterin Langohr und Kollegin Breidenbach haben allen Grund zur Freude.

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