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Regionale Verankerung ist das Geheimrezept der Aachener S-VC

16.11.1999 11:21

Bis zum Marmorthron Karls des Großen sind es keine 500 Meter. Der Aachener Dom ist nah. Wo einst fränkische Gelehrte und Heerführer Europas Geschichte schrieben, liegt heute das Büro von Horst Gier. Der 53jährige Manager ist sich dessen bewusst. Sein Hauptinteresse gilt jedoch weniger der Vergangenheit als der Zukunft. Gier ist Geschäftsführer der S-VC Risikokapital-Fonds für die Regionen Aachen, Krefeld und Mönchengladbach GmbH. Im Auftrag der beteiligten Sparkassen stellt die S-VC jungen technologieorientierten Unternehmen Venture Capital zur Verfügung.

Derzeit arbeitet S-VC-Wagniskapital in 17 Unternehmen mit hohem Wachstumspotential. Über 15 Millionen Mark stecken in Entwicklungscomputern, Software, modernsten Laborausrüstungen. Investitionen, die sich rechnen, Arbeitsplätze schaffen und die GründerRegion Aachen als Hightech-Standort weiter nach vorn katapultieren sollen. "Uns geht es nicht um die schnelle Mark", sagt der Aachener Spitzenbanker: "Wir setzen auf langfristigen Erfolg". Während auf dem inzwischen boomenden Venture-Capital-Markt Investmentbanker bereits nach drei Jahren dicke Profite absahnen wollen, hält Gier zur erfolgreichen Entwicklung eines Unternehmens einen Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren für realistisch. Neben einem langen Atem ist ihm vor allem der intensive persönliche Kontakt zu "seinen" Unternehmen wichtig. Er weiß genau, wer welche Aufträge im Augenblick abwickelt, welche Projekte in Vorbereitung sind, wo genau der Schuh drückt. "Und wenn es richtige Probleme gibt, gehen wir mal nett essen oder im Wald spazieren und finden dabei die passende Lösung, für die wir uns dann mächtig ins Zeug legen", sagt er Augen zwinkernd. Horst Gier lässt seine Partner nicht hängen. "Wir sind mit der Region verwurzelt, das ist unsere Stärke", sagt er. Venture Capital mit Human Touch.

Eine Strategie, die aufgeht. Zwei Aachener Technologie-Unternehmen führte der Finanzexperte als Vorstand der S-UBG Aktiengesellschaft an die Börse: das Systemhaus Hancke & Peter IT Service AG und den High-End-Hardwareproduzenten Elsa AG. Die S-UBG, größte allein von Sparkassen getragene Unternehmensbeteiligungsgesellschaft in Deutschland, ist übrigens Mutter der S-VC. In gleichen Unternehmensräumen lebt der gleiche Unternehmensgeist. Firmen, an denen die S-UBG beteiligt ist, erhalten neben finanzieller Unterstützung und kaufmännischer Beratung einiges mehr. Sie sind im PIN e.V. (Partner im Netzwerk) zusammengeschlossen, einer Plattform, die den Unternehmen neben Weiterbildungs- auch Kooperationsmöglichkeiten untereinander erschließt: S-UBG-Partnerfirmen knüpfen Geschäftsbeziehungen, unterstützen einander durch Aufträge und Kontakte. Wachstum ist programmiert. Mit 2600 Mitarbeitern erwirtschaften die insgesamt 42 Häuser einen Umsatz von rund einer Milliarde Mark. Ein Erfolg, der sich herumspricht. Giers Mannschaft erhält inzwischen eine Vielzahl von Anfragen von Unternehmen mit innovativen Ideen und Produkten, die sich einen starken Finanzpartner wünschen. Anfragen kommen zunehmend über das Internet. Kürzlich habe ihn sogar ein Unternehmen mit über 200 Angestellten über das World-Wide-Web kontaktiert, berichtet der Manager und freut sich auf das erste persönliche Gespräch mit dessen Geschäftsführer, das mit Sicherheit nicht unweit von Karls Marmorthron stattfinden wird.

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